Montag, 31. August 2015

Fakten zu Der Maulwurf aus Moskau


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In mehreren Zeitungsberichten aus den Jahren 2011 und 2012, denen Untersuchungen des US-amerikanischen Senats zugrunde liegen, wird davor gewarnt, dass in Waffensystemen der US-Streitkräfte billige und nicht zuverlässige Chips verbaut werden. Dem Bericht zufolge steckt die Ramschware zum Teil in millionenschweren Waffensystemen unter anderem im Kampfhubschrauber AH-64 Apache, im Marine-Helikopter SH-60B Seahawk, in diversen Transportflugzeugen und sogar im Missionscomputer der Thaad-Rakete, einem wichtigen Bestandteil des US-Abwehrsystems gegen ballistische Atomraketen.
Der Report listet einige Beispiele im Detail auf:
Im Marine-Helikopter SH-60B fanden sich gefälschte Teile in Infrarot-Zielgeräten. Fallen sie aus, kann der Pilot in einem Gefecht seine Hellfire-Raketen nicht mehr einsetzen und bei Nacht keine Ziele mehr identifizieren oder Gefahren erkennen.
In Transportflugzeugen der Typen C-130J Hercules und C-27J Spartan sowie im Marine-Transporthubschrauber CH-46 Sea Knight wurden gefälschte Komponenten in Bildschirmen verbaut, die über den Zustand der Triebwerke, den Spritverbrauch und den aktuellen Standort informieren.
Der Hersteller der Chips, eine Firma im chinesischen Shenzhen, hat laut dem Senatsbericht rund 84.000 vermutlich gefälschte elektronische Bauteile an das Pentagon geliefert.
Ferner wird darauf hingewiesen, dass einzelne Chips so komplex sind, dass sie Hintertüren enthalten, die im Krisenfall zu manipulierten Abstürzen oder sonstigem Fehlverhalten führen können.
Der Senatsbericht, der ursprünglich vom Zeitungsartikel aufgerufen werden konnte, ist inzwischen gesperrt.
Weitere Artikel ganz anderer Art berichten, dass Kampfpiloten auf ihr kiloschweres Kartenmaterial in Papierform verzichten und stattdessen die in zivilen Bereichen beliebten iPads verwenden.
Sicherheitsexperten sehen das allerdings mit Unbehagen. Nicht nur, dass die Edel-Gadgets meist zu zerbrechlich für den militärischen Einsatz sind und die Software gerade dann abstürzen könnte, wenn sich der Anwender in Todesgefahr befindet. Sie könnten auch gehackt oder gestohlen werden und so militärische Geheimnisse verraten.
Angesichts der anfälligen Mobilfunk-Infrastruktur und des langsamen Fortschritts bei der Verschlüsselung könnten Benutzer- und Unternehmensdaten ernsthaften Risiken ausgesetzt sein, warnte etwa die Sicherheitsfirma McAfee. Erst im August meldete McAfee eine enorme Zunahme von Hacker-Angriffen auf Android-Smartphones.
Christopher Soghoian vom Center for Applied Cybersecurity Research an der Indiana University sprach gar von einer drohenden Katastrophe, sollte das Militär die kommerziellen Geräte auf breiter Front einsetzen. Es erscheint verrückt, eine Plattform zu benutzen, die Tausende Menschen zu knacken versuchen, sagte Soghoian der Los Angeles Times. Das Speichern von Daten auf Smartphones werde unweigerlich dazu führen, dass der Feind am Ende genau wisse, wo sich welche Truppen befinden.


Seit Jahren denkt die Schweizer Luftwaffe über die Anschaffung neuer Kampfflugzeuge nach. Es geht dabei um milliardenschwere Aufträge, sollten also Entscheidungen sein, die reiflich überlegt sind.
Anfangs war die Rede vom Flugzeug Gripen E des schwedischen Konzerns Saab.
Wie in der Schweiz üblich, werden weitreichende Gesetzesentwürfe dem Volk zu Entscheidung vorgelegt. Die Schweizerinnen und Schweizer bezeichnen diese Form der direkten Einbeziehung des Souveräns als einzige echte Demokratie in Europa.
Am 18. Mai 2014 lehnte das Schweizer Stimmvolk den Ankauf des Flugzeuges Gripen ab. Stimmvolk, das Wort klingt despektierlich, ist aber in der Schweiz die gängige Bezeichnung für alle wahlberechtigten Schweizer.
Mitentscheidend für die Ablehnung des Gesetzes waren Besonderheiten des Funksystems des Gripen E. Hatte man ursprünglich erwartete, das Funk- und Navigationssystem werde von Saab von einem Schweizer Hersteller zugekauft, stellte sich kurz vor Vertragsabschluss heraus, dass die Elektronik aus den USA bezogen werden sollte. Ferner - und das war einer der wesentlichen Punkte - sollten die Funksysteme von der NSA zertifiziert werden.
Findige Schweizer Journalisten hatten herausgefunden, dass über diese Hintertür eine Einflussnahme seitens der NSA möglich sein könnte. Die NSA, seit der Flucht des Whistleblowers Edward Snowden in aller Munde, sei in der Lage, jedes Bild, jede Form der Luftüberwachung, nicht nur an die Schweizer Luftüberwachung, sondern als Kopie in die Leitstellen der USA zu funken. Mehr noch, die NSA sei in der Lage zu entscheiden, ob die Flugzeuge überhaupt starten könnten, sie hätten die Maschinen am Boden lahmlegen können.
Ein Schweizer Regierungsmitglied wird sinngemäß mit dem Satz zitiert: Das macht doch nichts, schließlich befinden wir uns nicht im Kriegszustand mit dem USA.
Soweit dem Autor bekannt, ist die Entscheidung, mit welchem Flugzeug die Schweizer Luftwaffe fliegen wird, nach wie vor offen.

Lesen Sie hierzu einen kleinen Auszug Schweizer Medien.
Sie verstehen jetzt sicher besser, was ich im Prolog mit dem Satz meine - das Leben schreibt die besten Geschichten.


Berner Zeitung 30.3.2014


Tagesanzeiger 30.3.2014


NZZ 31.3.2014


20Minuten 30.3.2014


Watson Armee 30.3.2014